Parasiten des Hundes


Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten

 

Zecken sind nicht nur lästige Blutsauger, sondern auch Überträger von gefährlichen Krankheiten.

 

Während bis vor ein paar Jahren in Deutschland nur der gemeine Holzbock vorkam, sind inzwischen auch die Auwaldzecke sowie die Braune Hundezecke heimisch. Die Aktivität der Zecken beginnt mit steigenden Temperaturen im Frühjahr und endet in Abhängigkeit von den Temperaturen im November/Dezember.

 

Während sich der Mensch vor allem vor einer Infektion mit dem Virus der Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) und mit Borrelien fürchtet, kann der Hund außerdem an Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose und Hepatozoonose erkranken, während die FSME nur für immungeschwächte Hunde von Bedeutung ist.

 

Gemeiner Holzbock

 

Der Gemeine Holzbock hat vor allem als Überträger der Borreliose eine große Bedeutung.

 

Borrelien sind winzige Bakterien, die beim Hund 2-5 Monate nach der Infektion zu einer fieberhaften Erkrankung führen, bei der es im weiteren Verlauf zu ausgeprägten Bewegungsstörungen und Lahmheiten kommen kann. Darüber hinaus können innere Organe geschädigt werden und ZNS-Störungen auftreten. Der Hund muss umgehend mit einem Antibiotikum behandelt werden.

 

Auwald- oder Buntzecke

 

Die Babesiose (Hundemalaria) ist eine lebensgefährliche Erkrankung bei Hunden, die mit der Zerstörung der roten Blutkörperchen einhergeht, weshalb die Babesiose im Volksmund auch als Hundemalaria bezeichnet wird.

 

Bereits 5-7 Tage nach der Infektion zeigen die Tiere hohes Fieber (bis 42 ° C), starken Durst, Appetitlosigkeit, Mattigkeit und schnellen Konditions- und Gewichtsverlust. In Haut und Schleimhäuten können Blutungen zu erkennen sein. Weiterhin können oberflächliche Entzündungen der Schleimhäute, besonders der Maulschleimhaut, auftreten.

 

Sofern auch das zentrale Nervensystem betroffen ist, sind Bewegungsstörungen durch unvollständige Lähmungen sowie epileptiforme Anfälle möglich.

 

Wird die Babesiose nicht rechtzeitig erkannt und von einem Tierarzt behandelt, sterben die erkrankten Hunde in der Regel. Aber auch trotz Behandlung ist die Prognose nicht immer günstig, zumal bei einer überstandenen Babesiose häufig Nierenschäden zurückbleiben.

 

Braune Hundezecke

 

Die Braune Hundezecke ist zum einen auch ein Überträger der Babesiose, zum andren überträgt diese Zeckenart aber auch die Erreger der Ehrlichiose, der Anaplasmose und der Hepatozoonose.

 

An der Ehrlichiose erkrankte Hunde zeigen Fieber, Mattigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen, Erbrechen und verweigern nicht selten die Futteraufnahme. Im weiteren Verlauf tritt eitriger Augen- und Nasenausfluss auf. In Folge des Befalls des Knochenmarks kommt es außerdem zur Blutarmut mit blassen Schleimhäuten in Kombination mit einer erhöhten Blutungsneigung und Blut im Urin. Es können Lahmheiten und zentralnervöse Störungen auftreten.

 

Das Krankheitsbild der Anaplasmose ist dem der Ehrlichiose sehr ähnlich. Die Diagnose kann nur mit Hilfe spezifischer Nachweismethoden erfolgen. Sowohl bei der Ehrlichiose als auch bei der Anaplasmose muss umgehend eine Behandlung mit Antibiotikum erfolgen, um chronische Organschäden zu verhindern.

 

Die Braune Hundezecke ist auch der Überträger der Hepatozoonose. Im Unterschied zu den anderen, durch Zecken übertragenen Krankheiten, wird die Hepatozoonose nicht durch den Zeckenstich übertragen, sondern durch den Verzehr oder das Zerbeißen der Zecke. Die Infektion erfolgt mit dem Abschlucken. 2-4 Wochen später bekommen die Hunde Schmerzen in der Muskulatur, womit ein steifer, ataktischer Gang mit nachfolgender Muskelrückbildung einhergeht. Zusätzlich können Fieber und Symptome einer Magen-Darm-Entzündung auftreten. Die Behandlung ist langwierig und kostspielig.

 

Zeckenschutz ist wichtig!

 

Der beste Schutz vor Babesiose, Borreliose und Co. ist ein wirksamer Zeckenschutz. Dafür stehen verschiedene Präparate (Spot-on-Präparate und Halsbänder) mit sowohl abschreckender sowie abtötender Wirkung zur Verfügung. Je nach Wirkstoff unterscheiden sich die Präparate u. U. in Ihrer Verträglichkeit und in der Dauer ihrer Wirksamkeit. Während Halsbänder eine Wirksamkeit von bis zu sechs Monaten aufweisen, muss die Behandlung mit Spot-on-Präparaten etwa alle vier Wochen wiederholt werden.

 

Tipp! Zusätzlich sollten Sie Ihren Hund nach dem Spazierengehen auf Zecken absuchen, da die Erreger bereits nach 16 Stunden von der Zecke auf den Wirt übertragen werden können.

 

Als Schutz vor der Babesiose ist außerdem ein Impfstoff in Frankreich und der Schweiz zugelassen. Auch gegen die Borreliose gibt es einen Impfstoff, dessen Wirksamkeit jedoch angezweifelt wird.

 

Flöhe

 

Flöhe gehören ebenso wie Zecken zu den so genannten Ektoparasiten des Hundes.

 

Besonders verbreitet – auch beim Hund – ist der Katzenfloh. Der eigentliche Hundefloh kommt dagegen auch beim Hund nur selten vor.

 

Erwachsene Flöhe können unter günstigen Bedingungen bis zu 3 Monate auf dem Wirt überleben. In der Regel ist ihre Überlebenszeit jedoch auf 3-4 Wochen beschränkt. Im Spätsommer erreicht der Flohbefall bei Hunden seinen Höhepunkt.

 

Ein Flohbefall äußert sich beim Hund durch vermehrtes Kratzen und „Flöhen“. Bei starkem Befall können die kleinen, braunen Parasiten in Bereichen mit weniger dichtem Haarwuchs (Bauch, Flanke) häufig auch mit bloßem Auge ausgemacht werden. Aber auch bräunliche Krümel oder Würstchen im Fell des Tieres sind ein Hinweis auf einen Flohbefall.

 

Flöhe sind Überträger von Bandwürmern und können Allergien verursachen

 

Der Katzenfloh ist aber nicht nur ein lästiger und ein häufig als unhygienisch empfundener Blutsauger. Er ist auch Zwischenwirt und damit Überträger des Gurkenkernbandwurms.

 

Der Hund infiziert sich durch das Zerbeißen des Flohs mit Bandwurmlarven, die sich dann im Darm des Hundes zum erwachsenen Wurm entwickeln. Bei empfindlichen Hunden kann der Kontakt mit Flohspeichel zu einer Allergie führen, die mit extremem Juckreiz und einer Entzündung der Haut einhergehen kann (Floh-Allergie-Dermatitis). Es bilden sich Krusten im Rücken- und Kruppenbereich. Durch das Kratzen auf Grund von intensivem Juckreiz kommt es nicht selten gleichzeitig zu einer eitrigen Hautentzündung und Haarausfall.

 

Flohbekämpfung

 

Zum Schutz vor Flöhen gibt es so genannte Spot-on-Präparate, die ebenso wie die Präparate zum Zeckenschutz, sowohl eine abschreckende als auch abtötende Wirkung auf Flöhe besitzen. Diese können Sie auch anwenden, wenn Ihr Tier bereits von Flöhen befallen ist. Jedoch müssen Sie dann zusätzlich auch alle Entwicklungsstadien der Flöhe in der Umgebung des Hundes bekämpfen. Dazu eignen sich so genannte Fogger (Vernebler) und Raumsprays.

 

Tipp! Um Flöhe wirksam zu bekämpfen, müssen Sie die Umgebung sowie alle im Haushalt lebenden Tiere behandeln, auch wenn diese keine Anzeichen eines Flohbefalls zeigen.

 

 

Milben

 

Milben sind winzige, mit bloßem Auge nicht sichtbare Parasiten, die beim Hund je nach Milbenart in den Haarfollikeln oder in der Oberhaut leben.

 

Typisch für einen Befall mit Milben ist stark ausgeprägter Juckreiz, gepaart mit Haarausfall und mehr oder weniger stark ausgeprägter Schuppenbildung oder Verhornung der Haut. Durch das Kratzen des Hundes kommt es zusätzlich zu bakteriellen Entzündungen (Dermatitis) und Krustenbildung der Haut. Während die Demodikose vor allem bei Welpen und jungen Hunden auftritt und in der Regel von alleine abheilt, muss die Sarcoptes-Räude unverzüglich von einem Tierarzt behandelt werden, nicht zuletzt, da diese Milben auch den Menschen befallen können.

 

Rund- und Bandwürmer

 

Rund- und Bandwürmer sind so genannte Endoparasiten, die im Darm ihrer Wirte leben und deren Gesundheit durch Schädigung der Darmschleimhaut und/oder Nahrungskonkurrenz beeinträchtigen. Einige Rundwürmer machen vorher eine Körperwanderung über die Leber und die Lunge durch, bevor sie in den Darm gelangen.

 

Beim Hund kommen vor allem Spulwürmer vor. Diese werden zum Teil bereits vor der Geburt von der Mutter auf die Welpen übertragen. Nach der Geburt können sich die Welpen auch über die Muttermilch und später durch die orale Aufnahme von Wurmeiern mit Spulwürmern infizieren.

 

Im Welpen machen die Larven eine Körperwanderung durch, bis sich die adulten Würmer dann im Dünndarm der Tiere ansiedeln und mit der Eiausscheidung beginnen.

 

Erwachsene Spulwürmer produzieren pro Tag bis zu 200.000 Eier, die gegen Umwelteinflüsse sehr widerstandsfähig sind. Beim Welpen sind Infektionen frühestens in der 3. Lebenswoche mittels Kotuntersuchung nachzuweisen.

 

Die Larven schädigen die Lunge, so dass bakterielle Sekundärinfektionen zu Husten und einer Lungenentzündung führen können. Außerdem kann es durch starken Wurmbefall bei Welpen ab der 2. Lebenswoche zu einem gestörten Allgemeinbefinden mit Erbrechen, wiederkehrendem, schleimigen und teilweise blutigen Durchfall, einem aufgeblähten und druckempfindlichen Bauch (Wurmbauch) und zu wiederkehrendem Fieber kommen. Häufig leiden die Tiere auch an einem Blut-, Eiweiß- und Nährstoffmangel, der zu Gewichtsreduktion und Entwicklungsstörungen führt. Das Haarkleid wird struppig und glanzlos. Auch zentralnervöse Störungen sind möglich.

 

Hunde können sich auch mit verschiedenen Bandwurmarten infizieren. Diese flachen, kettenförmigen Parasiten leben ebenfalls im Dünndarm der Hunde. Eine Infektion mit Bandwürmern erfolgt immer über Zwischenwirte. Diese können Flöhe oder Nagetiere wie Mäuse oder Ratten sein.

 

Die Infektion erfolgt oral oder durch den Verzehr der Zwischenwirte. Mit dem Kot werden Eier oder Bandwurmglieder ausgeschieden, die von den Zwischenwirten aufgenommen werden.

 

Am häufigsten kommt beim Hund der Gurkenkernbandwurm vor, der als Zwischenwirt Flöhe nutzt. Ausgeschieden werden weiße, reiskornähnliche Endglieder, die häufig im Kot der Hunde gefunden werden können.

 

Besonders gefährlich für den Menschen sind Infektionen mit dem kleinen Fuchsbandwurm. Wenn der Mensch sich mit diesen Eiern infiziert, kann sich u.a. in der Leber eine Larve entwickeln, die die Leber zerstört.

 

Achtung! Es kann eine genetisch bedingte Unverträglichkeit für bestimmte Wirkstoffe bestehen, die zur Entwurmung eingesetzt werden können. Dazu gehört u.a. Ivermectin. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Hund auf diese Unverträglichkeit testen zu lassen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.genocanin.de

 

Quelle: Vetion.de, Mein Welpenjahr 2011